Gesundheitsbeschwerden steigen bei Pendlern
Pendler sehen sich einem erhöhten Risiko für gesundheitliche Belastungen ausgesetzt. Diese steigen mit der Länge des Arbeitsweges. Dagegen kann aber etwas getan werden.
Die gesundheitliche Belastung von Pendlern steigt, je länger der Arbeitsort entfernt ist. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag der deutschen Techniker Krankenkasse. Zwar sind die Bedingungen in Österreich andere: Der öffentliche Nahverkehr im Besonderen, aber auch die Infrastruktur im Allgemein sind anders ausgebaut als in Deutschland. Dennoch lassen sich die Ergebnisse der Studie auch auf Österreich umlegen.
77 Prozent pendeln mit dem Auto nach Wien
Entscheidend ist dabei in beiden Ländern, dass nach wie vor so genannte Gemeindeauspendler vorzugsweise das Auto nutzen. Eine Erhebung im Auftrag des Verkehrsverbundes Ost (VOR) belegt etwa, dass 77 Prozent mit dem Auto nach Wien pendeln. Dieses Verkehrsmittel verursacht allerdings die größten gesundheitlichen Belastungen.
Pendler leiden demnach häufiger an folgenden gesundheitlichen Belastungen:
- Rücken- und Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
Risko für Herzinfarkt und Adipositas bei Pendlern erhöht
Dazu kommt ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, aber auch an Adipositas zu erkranken. Der Grund: Bei längeren Autofahrten sorgen vor allem Bewegungsmangel und ein Essverhalten, das der Gesundheit abträglich ist, für Probleme. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, setzt sich hingegen der Gefahr der Übertragung von Infektionskrankheiten aus. Neben physischen sind es zudem auch psychische Faktoren, die eine Rolle spielen. Vor allem bei Autofahrten kommt es – wenig überraschend – zu erhöhtem Stress. Straßenverkehr ist somit eine der wichtigsten Ursachen von Stress für Berufstätige im Zuge ihres Arbeitsweges.
Je länger mit dem Auto gependelt wird, umso mehr gesundheitliche Belastungen
Das deutsche Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) hat in einer Meta-Studie 79 wissenschaftliche Arbeiten für den Techniker Krankenkassen-Report „Studien zur Arbeitsmobilität“ ausgewertet. Darin zeigt sich: Gesundheitliche Beschwerden, sowohl psychische als auch physische, nehmen zu, je höher Entfernung und Fahrzeit betragen. Kurz: Je länger der Arbeitsweg, desto häufiger kommt es zu gesundheitlichen Problemen. In weiterer Folge steigt einerseits die Anzahl der Krankenstandstage, andererseits kommt es zu Unzufriedenheit, was Work-Life-Balance und Lebensqualität anbelangt.
Ausreichend Schlaf und viel Bewegung
In Österreich pendeln laut Statistik Austria in Summe 2.372.445 Menschen und legen im Durchschnitt 27 Kilometer innerhalb von 27 Minuten zurück. Spitzenreiter ist mit 608.154 Erwerbspendlern Niederösterreich, mit 35 Minuten benötigen Pendler aus dem Burgenland am längsten. Das sorgt auch in Österreich für gesundheitliche Belastungen.
Was also tun? Ausreichend Schlaf, viel Bewegung und Zeit für Entspannung sind dabei entscheidend. Sitzen am Arbeitsplatz und danach im Auto kann mit Sport und gesunder Ernährung ausgeglichen werden. Trennung von Arbeit und Privatleben sind ebenfalls entscheidend. Denn Pendler arbeiten oftmals auch im Zug weiter. Dabei können etwa Telefonate mit Freunden und der Familie dazu beitragen, nach beendetem Arbeitstag abzuschalten.